Mario Voigt muss jetzt zurücktreten: Der thüringische Ministerpräsident ist untragbar
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Mario Voigt ist nicht mehr tragbar. Der thüringische Ministerpräsident sollte zurücktreten. Der CDU-Politiker ist ein überführter Plagiator. Das ist keine Kleinigkeit. Seine Universität hat bereits zum zweiten Mal bekräftigt, dass Voigts Dissertation keine akademischen Weihen verdient.
Voigt hat seinen Doktortitel laut der TU Chemnitz auf unredliche Weise erworben. Voigt klagt dagegen. Das ist sein gutes Recht – er sollte es aber als Privatmann tun. Mario Voigt hat in der Erfurter Staatskanzlei nichts mehr verloren. Er ist ein überführter Dieb fremden geistigen Eigentums – und Diebe sollten keine Ministerpräsidenten sein.
„Kissler Kompakt“ vom 18. August sehen Sie hier:
Die CDU liegt 18 Punkte hinter der AfD
Voigt wurde als Wahlverlierer Ministerpräsident. Von Anfang an stand seine Amtszeit unter keinem guten Stern. Die CDU landete bei den Landtagswahlen Anfang September 2024 mit 23,6 Prozent über neun Punkte hinter der AfD. Mittlerweile haben die Rechten den Vorsprung in den Umfragen auf 18 Punkte verdoppelt. Auch das zeigt: Die Thüringer halten nicht viel von Voigt. Sie halten mehr von der AfD – obwohl oder weil diese von Björn Höcke geführt wird.
Voigt regiert mit den linken Parteien SPD und BSW. Weil das Dreier-Bündnis keine parlamentarische Mehrheit hat, lässt er sich fallweise von der noch linkeren Partei „Die Linke“ unterstützen, der umbenannten SED. Nun haben zwei BSW-Abgeordnete angekündigt, den Ministerpräsidenten nicht länger zu unterstützen. Voigt steht für die absolute Biegsamkeit der CDU.
Salz oder Zucker?
Mario Voigt war im Wahlkampf der Mann, der eine arme Rentnerin einen dämlichen Satz aufsagen ließ. „Zucker oder Salz, Herr Voigt?“ Die arme Rentnerin musste so tun, als wäre es eine offene Frage, ob man in Thüringen Salz oder Zucker in den Kaffee schüttet.
Voigt ist der Mann mit der Lizenz zum Fremdschämen. Dass er aktuell 22 Prozent der Thüringer hinter sich weiß, ist bemerkenswert. Eine neue Umfrage könnte ein neues Tief markieren. Voigt versucht gegenzusteuern mit Technikliebe und mit Bürgernähe. Beides geht schief.
Leidenschaft für angemaßtes Wissen
Ein Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zur Social Media Nutzung unter Jugendlichen war offenbar mit sehr viel Künstlicher Intelligenz erstellt worden und auch mit falschen Zitaten erstellt. Die FAZ nahm den Text offline.
Da ist sie wieder: Voigts Leidenschaft für angemaßtes Wissen. Darauf angesprochen, erklärt Voigt sich kurzerhand zum Vorbild in Sachen Zukunftsorientierung.
Wer davon redet, sich nicht wegducken zu wollen, will in der Regel Verantwortung verschleiern. So ist es auch hier. Voigt lässt denken und erklärt geistiges Outsourcing zum Beweis angeblich zeitgemäßen Regierens. Wer soll das denn glauben?
Und auch das brachte der Podcast der Funke-Mediengruppe mit Melanie Amann zutage: Voigt rühmt sich seiner regional verwurzelten Minister – und der eigenen Einkäufe bei Edeka!
Die thüringische CDU verbreitete die Werbebotschaft des Edeka-Kunden Voigt stolz bei X. Es hieß dazu: „Unser Ministerpräsident Mario Voigt im Funke-Podcast: Politik passiert nicht nur im Landtag, sondern beim Einkaufen bei Edeka. Wer zuhört und ernst nimmt, sagt @mariovoigt, macht auch 2029 zu einem guten Jahr für Thüringen.“
Der Post wurde gelöscht. Gar zu gestellt wirkt das Eigenlob des Endverbrauchers Voigt. Der aber hält daran fest: Bei den nächsten Wahlen 2029 werde die heutige 22-Prozent-CDU Erfolg haben.
Wer Optimismus für Thüringen haben will, muss auf eine Zukunft ohne Mario Voigt hoffen. Diebe sollten nicht Ministerpräsidenten sein – auch dann nicht, wenn es sich um fremdes geistiges Eigentum handelt.
Alexander Kissler
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