Berliner Pfleger berichtet über Clan-Ausnahmezustände in der Notaufnahme
Ein Beitrag von
Immer wieder kommt es zu Angriffen auf das Personal von Berliner Krankenhäusern. Eine Recherche von Welt hat nun Hintergründe recherchiert und mit einem Mitarbeiter gesprochen. So erhält man Einblicke, was sich dort zuträgt, und welchen Zuständen das Personal ausgesetzt ist.
Ein seit rund zehn Jahren in einer Berliner Notaufnahme tätiger Krankenpfleger schildert gegenüber der Welt, dass Schuss- und Stichverletzungen längst zum Klinikalltag gehörten. „Solche Fälle haben wir bei uns mehrfach die Woche“, berichtet der unter geändertem Namen auftretende Pfleger Felix Wolf. Besonders unter Messerstechern würden die Beteiligten immer jünger. Er behandle inzwischen 15- oder 16-Jährige, „die ganz genau wissen, wo sie hinzielen müssen, um größtmöglichen Schaden anrichten zu können“.
Besonders drastisch werde die Lage, wenn Mitglieder bekannter arabischer Großfamilien eingeliefert würden. Sobald bestimmte Nachnamen fallen, werde die Polizei hinzugezogen. Dann kommen teils „15 bis 20 Mannschaftswagen mit ganzen Hundertschaften angerollt“. Das Krankenhausgelände und teilweise auch umliegende Straßenzüge werden abgeriegelt.
Für den Klinikbetrieb hat das massive Folgen, erklärt der Mitarbeiter. Während Polizei und Kriminalbeamte die Lage sichern, könne die Notaufnahme über Stunden praktisch stillstehen. „Neue Notfallpatienten können währenddessen nicht aufgenommen werden. Wenn das Gelände dicht ist, ist es dicht“, berichtet Wolf.
„Wenn zwei arabische Jungs versorgt werden müssen, schicke ich nicht zwei Mädels rein, sondern mindestens einen Mann“
Kurz darauf träfen häufig zahlreiche Angehörige ein. „Es dauert meist nicht lange, bis 20, 30, 40 Familienmitglieder vor dem Krankenhaus auf der Matte stehen.“ Dem Pfleger zufolge verständigten sie sich über Telegram-Gruppen und träten teilweise aggressiv auf. Die Botschaft laute: „Wir sind da; wir stehen zu unseren Leuten – und ihr könnt euch auf etwas gefasst machen, wenn denen etwas passiert.“

Zahlreiche Polizeibeamte stehen anlässlich eines Trauergebets vor der Beerdigung eines 62-Jährigen vor der Neuköllner Sehitlik-Moschee. Die Beerdigung im Clan-Milieu wird von der Berliner Polizei mit einem größeren Aufgebot begleitet.
Das Personal reagiert darauf inzwischen mit eigenen Vorsichtsmaßnahmen. Wolf trägt nach eigener Aussage seit Jahren kein Namensschild mehr, um nicht identifizierbar zu sein. Auch bei der Einteilung der Mitarbeiter werde auf mögliche Gefahren geachtet: „Wenn zwei arabische Jungs versorgt werden müssen, schicke ich nicht zwei Mädels rein, sondern mindestens einen Mann.“ Zudem sagt er: „Auch Kollegen mit jüdischen Nachnamen versuche ich in einem solchen Fall eher rauszuhalten.“
Besonders groß sei die Sorge, dass ein Clan-Mitglied im Krankenhaus sterben könnte. „Das klingt vielleicht böse, aber wir sind jedes Mal froh, wenn der Verletzte vor Ort stirbt und nicht bei uns“, erklärt Wolf. Hintergrund sei die befürchtete Eskalation durch Angehörige. Stirbt ein Verletzter am Tatort, würden Polizei und Rettungskräfte teilweise massiv bedrängt und mit Rufen wie „Helft ihm doch! Macht doch was!“ konfrontiert.
Wolf beklagt zudem, dass solche Zustände nur schwer offen angesprochen werden könnten. Wer benenne, „welche Klientel“ bestimmte Probleme verursache, sehe sich schnell mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Gleichzeitig betont er knapp, dass er daraus keine pauschale Kritik an Migration ableite und sich auch von der AfD abgrenze. Für ihn gehe es vor allem darum, dass Pflegekräfte ihre Arbeit verrichten können, ohne Einschüchterung, Gewalt und den Verlust der eigenen Sicherheit hinnehmen zu müssen.
Mehr NIUS:
Polizeieinsatz in München: Beamte setzen Schusswaffen ein
Regensburg: Opfer der Messerattacke war Filialleiter (58) der Bank
12 Jahre Haft: Afghane ersticht 21-Jährigen – Richter: Ein „wahres Blutbad“
Asylheim-Mitbewohner hatten Angst: So lebte der Messer-Täter von Ruhpolding
Mann zündet Brandsatz in Behörde – mehrere Menschen in Klinik
Thüringen: Männlicher Kinderschänder in Frauenknast verlegt
Trier, Ruhpolding, Dresden: Drei schwere Gewalt-Attacken erschüttern Deutschland
Messer-Mord in Trier: Afghane soll unmittelbar von der Seite angegriffen haben
Mehr NIUS:
Asylheim-Mitbewohner hatten Angst: So lebte der Messer-Täter von Ruhpolding
Mann zündet Brandsatz in Behörde – mehrere Menschen in Klinik
Thüringen: Männlicher Kinderschänder in Frauenknast verlegt
Trier, Ruhpolding, Dresden: Drei schwere Gewalt-Attacken erschüttern Deutschland
Messer-Mord in Trier: Afghane soll unmittelbar von der Seite angegriffen haben
Türke feuert vor Supermarkt mit Muskete auf Polizisten und wird niedergeschossen
Immer mehr Anschläge auf die Deutsche Bahn
Wert von rund 122.000 Euro: Zoll verbrennt 632 Kilo Cannabis
Redaktion
Autor
Artikel teilen
Kommentare