„Brille, schreibe eine E-Mail an meinen Mann!“: Smart Glasses erobern die USA
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Meta, Google und bald wohl auch Apple drängen mit KI-Brillen auf den US-Markt und versprechen, den Alltag zu revolutionieren.
In der Neuen Zürcher Zeitung beschreibt eine Reporterin: „Nach nur zehn Minuten will ich die smarte Brille nicht mehr ablegen. Für ein Foto tippe ich nur kurz an den Brillenrand, Musik schallt über den Bügel direkt in meine Ohren. Den Weg zum nächsten Café projiziert sie direkt in mein rechtes Glas. Die Pfeile zeigen: aus dem Optikerladen raus und dann links. Statt aufs Smartphone starrend durch die Straßen zu irren, muss ich nur in die Brillenecke schielen.“
Die neuen smarten Brillen kosten um die 800 Dollar
Die Meta Display Glasses zählen zu den führenden KI-Brillen in den USA. Der Mutterkonzern von Facebook, Whatsapp und Instagram brachte sie 2025 auf den Markt. Sie kosten rund 800 Dollar, Brillenträgern zahlt die Versicherung etwas dazu. In Europa ist die Brille aus Datenschutzgründen bis jetzt noch nicht verfügbar.
Das Produkt werde enorm nachgefragt, so ein Verkäufer im Brillengeschäft in San Francisco zur NZZ: bei Eltern etwa, die Fotos und Videos von ihren Kindern machen wollen. Unter Sportlern, die ihre Bewegungsmuster filmen. Für öffentliche Auftritte, wenn ein Redner einen diskreten Spickzettel auf der Bühne braucht. Als Kochpartner am Herd.
Jeden Monat kommen neue Versionen heraus
Die Meta-Display-Brille ist nur eine von zahlreichen KI-Brillen, die Amerikas Tech-Konzerne zurzeit auf den Konsumentenmarkt bringen. Jeden Monat kommen gerade neue Versionen heraus. Die Gesellschaft steuere auf eine neue Ära zu, heißt es im Silicon Valley – eine Ära, in der neuartige Geräte dafür sorgten, dass künstliche Intelligenz mit unserem Alltag verschmelze. Nun suchen die Firmen nach geeignetem Gerät für diese Version. Infrage kommen Lautsprecher, Stifte oder Pins, die an Kleidern befestigt werden und ihre Umgebung ständig filmen.
2013 waren erstmals smarte Brillen von Google Glass auf den Markt gekommen – sie wurden einer der größten Flops der Tech-Geschichte. Sie konnten auch nicht viel – außer andere Menschen heimlich filmen. Jetzt versucht es Google erneut – mit einem völlig anderen, überwältigenden Programm.
Zum Beispiel so: Um die KI zu starten, tippt man auf den rechten Brillenrand, oder man spricht die Brille an: „Schreibe eine Mail an meinen Mann.“ Oder: „Trage einen Termin in den Kalender ein.“ Oder: „Bestell mir ein Taxi.“
Die smarte Brille kann auch Gespräche in Echtzeit übersetzen. Wie ein Dolmetscher flüstert sie einem etwa auf Deutsch ins Ohr, was das Gegenüber auf Italienisch gesagt hat.
Berichte über Aufzeichnungsfunktionen (um die KI mit Daten zu füttern) lösen allerdings Aufschreie unter US-Datenschützern aus. Schon heute ist für Dritte kaum zu erkennen, ob die Meta-Brille gerade aufzeichnet.
Wie lange es in Deutschland dauert, bis man solche smarten Brillen tragen darf, ist ungewiss. Wahrscheinlich länger, als es Faxgeräte in deutschen Zulassungsbehörden gibt.
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