Studie bestätigt Minirock-Comeback alle 20 Jahre
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Pünktlich zum Frühlingsanfang wird es nicht nur heller, sondern auch kürzer. Kaum zeigt sich die erste Sonne, taucht er wieder auf: der Minirock. Was wie ein saisonaler Reflex wirkt, folgt offenbar einem zuverlässigen Algorithmus. Forscher haben berechnet, dass er etwa alle 20 Jahre sein Comeback feiert. Und 2026? Liegt verdächtig genau im Takt.
Die Wissenschaftler der Northwestern University in Evanston (Illinois) präsentierten gestern ihre Ergebnisse auf dem Global Physics Summit in Denver. Rund 37.000 Bilder von Frauenkleidern aus der Zeit von 1869 bis heute wurden analysiert. Von historischen Schnittmustern bis zu aktuellen Runway-Looks wurden Saumlängen, Taillenlinien und Ausschnitte vermessen und quantifiziert.

Kaia Gerber läuft für Versace in Mailand: Mini und Blazer balancieren zwischen Strenge und Sinnlichkeit.
Mode im Rhythmus
Das Ergebnis: Trends verschwinden nicht einfach, sie verschieben sich. Wird ein Stil zu dominant, suchen Designer nach einem Gegenpol. Allerdings nicht radikal, sondern Schritt für Schritt. Aus lang wird etwas kürzer, aus weit etwas schmaler, bis sich die Richtung irgendwann wieder dreht.

Chanel interpretiert den Minirock neu und doch ganz im Rhythmus der Mode.
Der Minirock ist dafür das beste Beispiel. In den 1920er-Jahren stand er für Aufbruch, bevor die Mode wieder länger und zurückhaltender wurde. In den 1960ern kehrte er als Symbol einer neuen Freiheit zurück. Seitdem taucht er offenbar in einem 20-Jahre-Zyklus immer wieder auf.
Neben der wissenschaftlichen Erklärung kursiert in der Modewelt noch eine andere, fast schon legendäre Theorie: der sogenannte „Hemline Index“. Ihm zufolge steigen mit den Börsen auch die Säume – in wirtschaftlich guten Zeiten werden Röcke kürzer, in Krisenzeiten länger.

Soo Joo Park in Valentino zeigt, wie man den Mini gekonnt trägt.
Auf den aktuellen Laufstegen ist wieder Mini-Zeit. Für einen klaren, fast strengen Look wird der Rock mit Blazern kombiniert. Gleichzeitig zeigt er sich auch verspielt: kürzer, mit Rüschen getragen und mit deutlichen Anklängen an die frühen 2000er.

Auf dem Laufsteg von Marc Jacobs in New York
Während sich Trends einst klar ablösten, überlagern sie sich heute. Seit den 80er-Jahren seien die Muster weniger klar, erklärt das Forschungsteam: „Früher gab es nur zwei Möglichkeiten – kurze Kleider und lange Kleider“, sagt die leitende Autorin der Studie, Emma Zajdela. „Die Auswahl ist größer geworden: sehr kurze Kleider, bodenlange Kleider und Midi-Kleider. Mit der Zeit hat die Vielfalt zu- und die Konformität abgenommen.“
Der Minirock kehrt also zurück – wie so oft. Und folgt dabei seinem ganz eigenen Gesetz.
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