Spitzen-Grüne tritt zurück nach Belästigungsvorwürfen
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Rund einen Monat vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist die Grünen-Fraktionsvorsitzende Constanze Oehlrich zurückgetreten. Das teilte die Fraktion in Schwerin mit. Es geht um Vorwürfe wegen Belästigung und Machtmissbrauchs, wegen der die Politikerin bereits seit Längerem in der Kritik steht.
Der Zeitpunkt des Rücktritts kommt für die Grünen denkbar ungünstig – kurz vor der Landtagswahl am 20. September. Oehlrich war im April 2024 zur Vorsitzenden gewählt worden. Gegen Oehlrich hatte es bereits im vergangenen Jahr die Beschwerde eines Mitarbeiters nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz gegeben.
Oehlrich soll zwölf Jahre jüngeren Mitarbeiter bedrängt haben
Wie die Welt unter Berufung auf Unterlagen eines ehemaligen Mitarbeiters berichtet, soll Oehlrich sich in einen zwölf Jahre jüngeren Mitarbeiter verliebt und ihn trotz Zurückweisung über mehrere Jahre hinweg bedrängt haben mit Avancen und Liebesbekundungen.
Oehlrich soll sich den Unterlagen zufolge auch über die Kleidung des Mitarbeiters beschwert haben – er trage „zu wenig körperbetonte Kleidung“. Eine Antidiskriminierungs-Beratungsstelle bewertete dies als anzügliches und grenzüberschreitendes Verhalten. Wegen des Machtgefälles zwischen Vorgesetzter und Mitarbeiter habe die Situation den Mann eingeschüchtert und psychisch belastet. Das toxische Verhältnis zwischen der Vorgesetzten und ihrem Untergebenen drohte laut der Welt, die Partei zu spalten. In der Fraktion bildeten sich demnach mehrere Lager.
Oehlrich weist die Vorwürfe zurück
Die Grünen-Politikerin wies die Vorwürfe zurück: Die gegen sie erhobenen Vorwürfe seien „bereits in einem unabhängigen Verfahren geprüft und als unbegründet zurückgewiesen worden“. Ein wiederholtes öffentliches Vorbringen bereits entkräfteter Vorwürfe schafft keinen neuen Sachstand, führt aber zu einer anhaltenden persönlichen Belastung“, wurde Oehlrich in der Mitteilung der Fraktion zitiert. Sie betonte, sie bleibe bei der bisherigen Darstellung und Bewertung des Sachverhalts. „Dieser Schritt ist ausdrücklich keine Bestätigung der gegen mich erhobenen Vorwürfe.“
Grüne kämpfen ums politische Überleben
Oehlrich war ursprünglich als Grünen-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl nominiert worden, musste diese jedoch abgeben: Nach parteiinternen Auseinandersetzungen wurde die Landesliste neu gewählt; Claudia Müller übernahm die Spitzenkandidatur.

Quelle: x.com/Wahlen_DE
In Mecklenburg-Vorpommern kämpfen die Grünen derzeit ums politische Überleben: In einer aktuellen Insa-Umfrage zur Landtagswahl erreichten die Grünen 5 Prozent, ein Einzug in den Landtag erscheint demnach alles andere als sicher. Die AfD kam auf 36 Prozent, die SPD lag bei 29 Prozent, die Linke bei 11 Prozent und die CDU bei 10 Prozent.
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