Spiegel-Chef Kurbjuweit rechtfertigt Siegmund-Titelstory
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Spiegel-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit sieht sich offenbar unter erheblichem Rechtfertigungsdruck: Erstmals verteidigt er öffentlich den viel kritisierten Spiegel-Titel, der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zum „gefährlichsten Mann Deutschlands“ erklärt.
Die ausführliche Rechtfertigung im Morning-Briefing des Magazins lässt erahnen, wie groß die Debatte um das Cover inzwischen auch redaktionsintern geworden ist. Kurbjuweit verteidigt nicht nur die Titelseite, sondern verschärft deren Argumentation noch: Er bezeichnet Siegmunds Pläne als „Anschlag auf die liberale Demokratie“, zieht einen Vergleich zu Kriminellen und spricht über Politiker mit „bösen Absichten“.
BREAKING NIUS: Spiegel-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit rechtfertigt sich nun öffentlich für den unsäglichen Spiegel-Titel und vergleicht AfD-Kandidat Ulrich Siegmund mit "Kriminellen" und wirft ihm "böse Absichten" vor. Wörtlich schreibt Kurbjuweit:
— Julian Reichelt (@jreichelt) August 16, 2026
"Siegmunds Pläne für… https://t.co/mTELdAOrh1
Wörtlich schreibt Kurbjuweit:
„Siegmunds Pläne für Sachsen-Anhalt sind ein Anschlag auf die liberale Demokratie. Minderheiten würden das zuerst spüren. Das zusammen, das Umgängliche und das Extreme, machen Siegmund zu einem gefährlichen Mann, aktuell zum gefährlichsten Mann Deutschlands, aus Sicht liberaler Demokraten. Denn potenziell sind Politiker wirkmächtiger als Kriminelle. Wenn ein Politiker böse Absichten hat – die allermeisten haben das zum Glück nicht –, kann das böse Folgen für Hunderttausende haben, vielleicht für Millionen.“
Zugleich räumt Kurbjuweit ein, dass Siegmund keineswegs so auftritt, wie es die drastische Titelzeile zunächst vermuten lassen könnte. „Siegmund gibt sich freundlich, wirkt gewinnend, auch auf Bürgerinnen und Bürger, die nicht rechtsextremer Gesinnung sind, sich aber große Veränderungen in der Politik wünschen“, schreibt der Chefredakteur.
ABER: Gerade die Verbindung aus diesem Auftreten und seinen politischen Positionen mache Siegmund aus seiner Sicht gefährlich.

Ulrich Sigmund im Endspurt des Wahlkampfs vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September
Nicht die Frage, „wem eine Titelgeschichte nützt oder schadet“
Kurbjuweit verteidigt außerdem die Entscheidung, dem AfD-Spitzenkandidaten wenige Wochen vor der Landtagswahl mit einer Titelgeschichte enorme Aufmerksamkeit zu verschaffen. „Relevanz ist unser oberstes Kriterium, nicht die Frage, wem eine Titelgeschichte nützt oder schadet“, schreibt er. Dabei beruft er sich auf den bekannten Satz des früheren Spiegel-Herausgebers Rudolf Augstein: „Sagen, was ist.“
Siegmund sei derzeit „eine hochrelevante Figur, weil ein Ministerpräsident der AfD in Sachsen-Anhalt dieses Land verändern würde, nicht nur das Bundesland, auch die Bundesrepublik“, argumentiert Kurbjuweit.
Siegmund selbst nimmt die Spiegel-Titelseite derweil als kostenlose Wahlkampfwerbung mit. Gegenüber einem Welt-Reporter bezeichnete er das Cover am Freitag als „sehr gute Werbung“. Es zeige jemanden, der sein Land liebe und für eine bessere Zukunft dieses Landes kämpfe. Auf Instagram veröffentlichte Siegmund zudem eine Videosequenz, in der er das „Spiegel“-Cover signiert.
Die Debatte fällt mitten in die entscheidende Phase des Wahlkampfs in Sachsen-Anhalt. Am 6. September wird ein neuer Landtag gewählt. Gut drei Wochen vor der Abstimmung liegt Siegmunds AfD laut Umfragen mit 41 bis 43 Prozent und deutlichem Abstand vorne.
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